02. Dezember 2004
Bundestagsparteien
fordern islamischen Religionsunterricht
Zur Integration
von Ausländern in die deutsche Gesellschaft haben SPD und Bündnis 90/Die
Grünen sowie die FDP-Fraktion Anträge vorgelegt, die am 2.12. in erster
Lesung im Plenum des Bundestages beraten wurden. Die Koalitionsfraktionen nennen
als Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration die Teilhabe am politischen,
wirtschaftlichen und kulturellen Leben, das Erlernen der deutschen Sprache, Religionsunterricht
in deutscher Sprache und die Absage an extremistische Bestrebungen. Die Bundesregierung
wird aufgefordert, die Integrationspolitik als Schwerpunkt ihrer politischen
Arbeit zu betrachten. Von den Ländern erwarten die Abgeordneten, dass sie
Haushaltsmittel für begleitende Kinderbetreuungsmöglichkeiten bei Sprach-
und Integrationskursen zur Verfügung stellen, das Angebot an Betreuungseinrichtungen
für Kinder unter drei Jahren ausbauen, vermehrt Ganztagsschulen einrichten
und für eine sprachliche und soziale Förderung benachteiligter Kinder
sorgen. Empfohlen wird darüber hinaus, an deutschen Hochschulen Lehrstühle
für islamische Religionen einzurichten und deutschsprachigen Islamunterricht
in den Schulen anzubieten. Bund, Länder und die Gesellschaft sollten schließlich
gemeinsam den Dialog zwischen den Religionen fortsetzen, die religionsrechtliche
Integration des Islams beginnen und die Einrichtung einer gesellschaftlichen
Repräsentanz von Muslimen unterstützen.
Die FDP schlägt die Ausbildung von Imamen und muslimischen Religionslehrern
an deutschen Universitäten und die Einrichtung von Lehrstühlen für
islamische Theologie vor
Quelle: http://www.bundestag.de/bic/hib/2004/2004_299/06
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