17. September 2003
Interesse
an Religionsunterricht steigt kontinuierlich
Am
evangelischen Religionsunterricht (RU) in badischen Schulen nehmen immer
mehr Schülerinnen und Schüler teil. Der Anteil der Konfessionslosen steigt
mit knapp 20% weiter. Insgesamt wird die Situation des RU in Baden als
gut beurteilt. Dies ergab der Bericht der Schuldekaninnen und Schuldekane.
Immer weniger Schüler melden sich aus dem RU ab, wie Kirchenrat Wolfgang Koch,
zuständig für Lehrerbildung und den Dienst der Religionslehrer, im Evangelischen
Oberkirchenrat berichtete. Das sei angesichts steigender Schülerzahlen ein sehr
beachtenswertes Ergebnis, zumal der Anteil der konfessionslosen Schüler am RU
weiter steige. „Die Jugendlichen suchen nach Orientierung und Halt, dabei
spielt der Religionsunterricht eine wichtige Rolle“, so der Kirchenrat.
Er stellte dem Kollegium um Landesbischof Fischer den Bericht der Schuldekaninnen
und Schuldekane über das vorvergangene Schuljahr vor. Die Tendenzen dürften sich
im jetzt begonnenen Schuljahr bestätigen. Der Anteil der Abmeldungen liege unter
vier Prozent bei den öffentlichen Schulen, insgesamt bei 4,12%. Auch sei der
Wochenstundenausfall nur um ein Prozent gestiegen und zeige damit ein Bild von
verlässlicher Unterrichtsversorgung.
Religionslehrerinnen und –lehrer trügen mit zahlreichen Projekten zur Entwicklung
der Schulkultur bei, so Koch in seinem Bericht. Vor allem die Schulgottesdienste
und Beteiligung an Schulprojekten und Aktionen zeige die gute Position des Fachs
und seiner Lehrer an den Schulen. Im Hinblick auf die konfessionelle Zusammenarbeit
sagte Koch, dass vor allem im Grundschulbereich das ökumensiche Miteinander zunehme
und der Unterricht immer mehr konfessionell-kooperativ gestaltet werde. Jedoch
stünde hier eine verbindliche Regelung mit dem Erzbistum Freiburg immer noch
aus. Beachtenswert seien einzelne Projekte, wie etwa eine gemeinsame Abendmahls-
und
Erstkommunionsvorbereitung in Klasse 3 und 4 in einer Mannheimer Grundschule.
Insgesamt werde sich der RU künftig verändern, prognostizierte Koch. Dies hänge
insbesondere mit der vom Kultusministerium geplanten Bildungsreform zusammen.
Von den Kirchen seien für den RU neue Bildungsstandards und Kompetenzen entwickelt
worden, die offen seien für neue Lern- und Prüfungsformen sowie die Zusammenarbeit
des RU mit Fächerverbünden und in Projekten. Hier seien weitere Bemühungen der
Kirche im Gange, an diesen Prozessen aktiv gestaltend mitzuwirken.
Pressemitteilung der Badischen Landeskirche
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