Ernst-Friedrich Mono wird 80 Jahre alt
Am 26. Januar 2010 vollendete der frühere Direktor des Religionspädagogischen Instituts der badischen Landeskirche und langjährige Fachberater Gymnasialprofessor Ernst-Friedrich Mono in Weinheim sein 80. Lebensjahr. Geboren in Freiburg und nach einer Kindheit in Buggingen im Markgräfler Land wuchs er als Sohn des späteren Konstanzer Dekans Mono in die Auseinandersetzungen des Kirchenkampfs hinein, die ihn theologisch und kirchenpolitisch geprägt haben. Die Nachkriegsjahre in der Jugendarbeit mit ihrer ökumenischen Ausrichtung haben ihn früh nach Sigtuna/Schweden geführt, wo der Geist Nathan Söderbloms für Frieden und Versöhnung weltweit wirkte. Als Famulus des Heidelberger Neutestamentlers Günther Bornkamm hatte er die Entstehung dessen Theologie und Gemeinde bewegenden Jesus-Buches begleitet und war der hermeneutischen Debatte tief verpflichtet. Daraus erwuchsen seine sprachliche Sorgfalt und seine Aufmerksamkeit gegenüber einer verantwortlichen Verkündigung in Predigt und Unterricht. Eine damals abgebrochene Dissertation über einen neutestamentlichen Begriff im Umfeld des jüdischen Historikers Josephus hat ihn nicht ruhen lassen, bis er das Thema in einem Aufsatz in seinem Ruhestand zum Abschluss bringen konnte.
Sein beruflicher Weg führte ihn 1959 als Religionslehrer an das Gymnasium in Weinheim. Eine große Zahl seiner Schüler ist ihm lebenslang dankbar verbunden geblieben. Viele haben die Theologie zum Beruf gewählt. Seine Praktikantinnen und Praktikanten haben entscheidende Impulse von ihm erhalten und sie später in leitende Funktionen in unserer Landeskirche geführt. Zu nennen sind zum Beispiel der Heidelberger Religionspädagoge und Diakoniewissenschaftler Professor Heinz Schmidt und der heutige Direktor des Religionspädagogischen Instituts, Professor Hartmut Rupp. Da in Weinheim durch Initiative der Firma Freudenberg früh ein Schulversuch mit einer Gesamtschule eingerichtet wurde, ließ sich Mono in die Verantwortung nehmen, die religionspädagogischen Konsequenzen eines so weit reichenden pädagogischen Experiments zu bedenken und zu erproben. Dadurch wurde er bundesweit zum Experten in dieser gesellschaftlich so umstrittenen Debatte. Als Mitglied der bundesweit ersten evangelisch- katholisch zusammengesetzten Lehrplankommission für die neu gestaltete gymnasiale Oberstufe in Baden-Württemberg hat er wesentlich zu Qualität, Anspruch und Vermittlung dieser Arbeit beigetragen. Er war an konfessionell-kooperativen Schulversuchen der Bund-Länder-Kommission führend und vor allem klug vermittelnd beteiligt. All das führte dazu, dass die Kirchenleitung ihn 1988 mit der Leitung des Religionspädagogischen Instituts betraute. Als 1989 auch die getrennte Evangelische Kirche wieder zusammenfand und im Gebiet der Kirchen in der DDR neue Institute aufgebaut werden sollten, war er gerade zum Sprecher der Religionspädagogischen Institute im Raum der EKD gewählt worden. Hier bewährte sich erneut das besonnene und ruhige aber zugleich engagierte Auftreten von Ernst-Friedrich Mono, das schon in den fünfziger Jahren dazu geführt hatte, dass er jahrzehntelang jedes Mal mit der höchsten Stimmenzahl in den Vorstand des Fachverbands der badischen Religionslehrer gewählt wurde. Daher ist es nicht verwunderlich, dass es sich der fast 80jährige nicht nehmen ließ, sich zum Streit um den § 107,2 des badischen Pfarrdienstgesetztes zu Wort zu melden. Auch die Kirchengemeinde Weinheim und das dortige Diakonische Werk, denen er viele Jahre vorstand, wissen um seine Verdienste, die vor allem auch in kritischen Phasen von einer Führungskraft bestimmt war, die ihren Grund in der Barmer Theologischen Erklärung gefunden hat. Sie beschreibt eine Kirche von Schwestern und Brüdern, in der Leitung nicht als „Herrschaft der einen über die anderen sondern als Ausübung des der ganzen Gemeinde anvertrauten und befohlenen Dienstes“ verstanden wird. Dies lebt Ernst-Friedrich Mono bis zum heutigen Tage. Dafür gilt ihm großer Dank.
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